Fast Hälfte getesteter Haaröle enthält problematische Chemikalien

Haaröle versprechen glänzendes Haar bis in die Spitzen. Doch wie bedenkenlos lassen sich diese tatsächlich verwenden? Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat gemeinsam mit vier europäischen Verbraucherschutzorganisationen Haaröle unter die Lupe genommen. Fast die Hälfte der 40 in Österreich erhältlichen Produkte enthält problematische Chemikalien, etwa potenziell hormonell wirksame oder umweltpersistente Substanzen. 

 

Die Untersuchung wurde gemeinsam mit Verbraucherorganisationen aus Dänemark, Norwegen, der Tschechischen Republik und Slowenien durchgeführt. Die Bewertung der Produkte basiert auf der vom Hersteller angegebenen Liste der Inhaltsstoffe und erfolgt nach dem Ampelprinzip. Keines der untersuchten Haaröle ist frei von problematischen Substanzen: 22 Produkte erhielten eine „gelbe“, 18 eine „rote“ Bewertung.

Allergene Duftstoffe

Immerhin 22 Haaröle wurden mit „Gelb“ bewertet, darunter sechs von sieben getesteten Naturkosmetik-Produkten. „Damit wurden jene Produkte eingestuft, die zwar frei von vielen kritischen Stoffen sind, aber einzelne Inhaltsstoffe enthalten, auf die sensible oder umweltbewusste Nutzer:innen achten sollten“, erklärt VKI-Chemikalienexpertin Birgit Schiller. „Dazu zählen etwa Duftstoffe wie Limonene, die Allergien auslösen oder auch umweltschädlich wirken können.“

Im Durchschnitt enthalten die getesteten Produkte 4,6 potenzielle allergene Duftstoffe. Einen unrühmlichen Spitzenplatz nimmt das „Haaröl Plex Boost“ von Aveo Professionals mit elf potenziell allergenen Duftstoffen ein. Knapp dahinter folgt das „Gliss tägliches Öl-Elixir“ von Schwarzkopf mit zehn problematischen Duftstoffen. Letzteres erhielt sogar eine „rote Bewertung“, da in dem Öl zusätzlich ein potenziell hormonell wirksamer Stoff enthalten ist.

 

Problematische Chemikalien

18 Haaröle erhielten die rote Karte, da sie problematische Substanzen wie potenziell hormonell wirksame oder schwer abbaubare Stoffe enthalten. Bis auf eine Ausnahme ist bei diesen Produkten der Hauptinhaltsstoff synthetischer Natur. Die Spannbreite reicht hier von günstigen Produkten (Balea, Langhaarmädchen) bis hin zu hochpreisigen Marken (Sol de Janeiro, Aveda).

„Grundsätzlich sind die in den Ölen enthaltenen Stoffe zwar gesetzlich zugelassen und das einzelne Produkt ist nicht unmittelbar gefährlich“, erläutert Birgit Schiller. „Dennoch tragen sie zu einer Gesamtbelastung durch problematische Chemikalien bei. Hinzu kommt: Einige dieser Stoffe – die Siloxane D5 und D6 – werden ab Juni 2026 in EU-Kosmetika weitgehend verboten sein.“

D5 und D6 wurden von der EU-Chemikalienbehörde (ECHA) als „besonders besorgniserregend“ eingestuft. Die untersuchten Haaröle von Aussie, Kevin.Murphy, Langhaarmädchen, Pantene Pro-V, Sebastian Professionals und Wella Professionals enthalten diese Substanzen.

 

Viel Synthetik wenig Pflanzenöl

„Die Untersuchung zeigt, dass sich unter dem Begriff ,Haaröl‘ am Markt überwiegend synthetische Produkte finden. Synthetische Lösungsmittel und Silikone werden häufig eingesetzt, teilweise ergänzt durch Pflanzenöle“, so Birgit Schiller. „Nur wenige Haaröle bestehen tatsächlich aus einer Mischung von pflanzlichen Ölen.“ Besonders dreist ist die Aufmachung des untersuchten Haaröls von „Hairlust“: Hier wird mit dem Zusatz „organic“ geworben, obwohl das Produkt hauptsächlich aus Silikonen und synthetischem Öl besteht.

Birgit Schiller empfiehlt, einen Blick auf die Inhaltsstoffliste zu werfen. „Bei Kosmetika ist es ähnlich wie bei verpackten Lebensmitteln: Je höher der Anteil einer Substanz, desto weiter oben muss sie gelistet sein.“ Findet sich an erster Stelle ein Silikon, wie Cyclopentasiloxan, besteht das Produkt oft vornehmlich aus künstlichen Inhaltsstoffen.

Der abschließende Tipp der Expertin: „Für die Pflege trockener Haarspitzen oder Locken eignen sich auch pure Öle wie Kokosöl oder Sonnenblumenkernöl sehr gut – dafür braucht es keine ausgeklügelte Mischung. Und nicht zuletzt: Geschädigtes Haar kann durch ein Haaröl zudem ohnehin nicht repariert werden.“

 

Link

Ausführliche Informationen zum Thema gibt es ab 29.01.2026 in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift KONSUMENT und auf www.vki.at/haaroel-2026.

Klimawandel macht Sommer trockener und Winter feuchter

Es ist davon auszugehen, dass die Folgen des Klimawandels zu einer saisonalen Verschiebung der Niederschläge von den Sommer- hin zu den Wintermonaten führen. Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommt eine Untersuchung, die im Rahmen des Forschungsprojekts „Wasser im Klimawandel – eine Studie über die Auswirkungen“ durch Österreichs führende Forschungseinrichtungen erstellt wurde.  Insgesamt steht uns dadurch weniger Wasser zur Verfügung, was zu neuen Herausforderungen im Wassermanagement führt.

 

Die neue Zukunftsabschätzung basiert auf einer Analyse, die die GeoSphere Austria aktuell im Rahmen der gemeinsamen Studie mit der TU Wien, der Universität Graz und der Universität für Bodenkultur durchführt. Die vorläufigen Daten zeigen eine saisonale Verschiebung des Niederschlags.

„Der Klimawandel wirkt sich auch auf die Wasserverfügbarkeit aus. Die Studie liefert die gemeinsame Datengrundlage, damit wir Risiken früher erkennen und Maßnahmen rechtzeitig setzen können.“

Umwelt- und Wasserminister Norbert Totschnig

Demnach soll der Sommerniederschlag bis zur Mitte des Jahrhunderts im Vergleich zu früheren Berechnungen voraussichtlich zwischen fünf und 15 Prozent abnehmen. Gleichzeitig verschiebt sich der Niederschlag in die kältere Jahreszeit: In der kühleren Jahreshälfte zeichnet sich ein Niederschlagsplus von fünf bis zehn Prozent ab.

Im Jahresmittel bleibt die Niederschlagsmenge weitgehend gleich. Durch den weiterhin robust anhaltenden Temperaturanstieg und der damit verbundenen steigenden Verdunstung der kommenden Dekaden wird jedoch insgesamt weniger Wasser im Boden zur Verfügung stehen.

„Die neuen globalen Klimaszenarien zeigen für die nächsten Jahrzehnte mehr Winterregen im Flachland und mehr Schnee im Hochgebirge, wobei die Schneedecken tendenziell kürzer liegen bleiben. Im Sommer wird es hingegen eher trockener das wird spürbare Auswirkungen haben“

Dr. Klaus Haslinger, Hydroklimatologe bei GeoSphere Austria

 

Er ist gemeinsam mit Prof. Günter Blöschl (TU Wien) für die wissenschaftliche Leitung von „Wasser im Klimawandel – eine Studie über die Auswirkungen“ verantwortlich, der umfassendsten Wasserstudie Österreichs in den vergangenen Jahren, die derzeit im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) durchgeführt wird.

 

Herausforderung durch geringere Wasserverfügbarkeit

Insbesondere in vulnerablen Gebieten im Flachland wird das Wassermanagement aufgrund der saisonalen Niederschlagsverschiebung herausfordernder werden. Trockenere Sommer erhöhen den Bewässerungsbedarf, während gleichzeitig weniger Wasser zur Verfügung steht.

Das betrifft insbesondere Regionen in Ostösterreich, in denen weniger Niederschlag fällt als im Westen oder in den Bergen. Regionen wie der Seewinkel, das Weinviertel oder das nördliche Waldviertel sind trockener und auch wärmer als die niederschlagsreichen Gebiete in Westösterreich. Dadurch kommt es auch zu mehr Wasserentzug durch Verdunstung.

 

„Die Aufgabe, die Ressource Wasser vom Überschuss in der kalten Jahreszeit zu den Mangelzeiten im Sommer zu verteilen, wird künftig an Bedeutung gewinnen.“

Dr. Klaus Haslinger

 

Intensivere Sommerregen

Ein weiterer Trend, der bereits zweifelsfrei aus Messdaten abgeleitet wurde, ist eine höhere Intensität der Niederschläge. Durch den Klimawandel steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Regen insbesondere in der warmen Jahreszeit in kurzer Zeit sehr intensiv fällt – etwa bei Sommergewitterlagen. Auch wenn im Jahresmittel gleich viel Wasser fällt, verschärft die höhere Intensität das Risiko für lokale Überflutungen.

Im Gegensatz zu solchen lokalen Ereignissen ist bei großräumigen Überschwemmungen durch Dauerregen der Zusammenhang zum Klimawandel bisher noch nicht eindeutig nachgewiesen worden. Der Grund: Noch konnte nicht hinreichend geklärt werden, wie steigende Temperaturen das Entstehen von Großwetterlagen wie etwa Adria-Tiefs beeinflussen. Hinzu kommen komplexe hydrologische Prozesse, die die Entstehung und Ausprägung großräumiger Überschwemmungen zusätzlich beeinflussen.

 

Wasserstudie: Endbericht im Herbst

Die Studie “Wasser im Klimawandel – eine Studie über die Auswirkungen” wird im Laufe des Jahres weitere aktuelle Informationen liefern, etwa zur Grundwasserentwicklung in verschiedenen Regionen, Hoch- und Niederwasserszenarien, Wassertemperaturen, Verdunstung sowie Schneeentwicklung und -schmelze. Der Endbericht erscheint im Herbst 2026 und wird detaillierte Prognosen bis 2100 für Österreich enthalten. Die Studie bildet die wissenschaftliche Basis für Planung in Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Raumplanung.

Weiterführende Informationen finden Sie auf wasseraktiv.at/wasser-im-klimawandel

Klimawandel macht Sommer trockener und Winter feuchter

Es ist davon auszugehen, dass die Folgen des Klimawandels zu einer saisonalen Verschiebung der Niederschläge von den Sommer- hin zu den Wintermonaten führen. Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommt eine Untersuchung, die im Rahmen des Forschungsprojekts „Wasser im Klimawandel – eine Studie über die Auswirkungen“ durch Österreichs führende Forschungseinrichtungen erstellt wurde.  Insgesamt steht uns dadurch weniger Wasser zur Verfügung, was zu neuen Herausforderungen im Wassermanagement führt.

 

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„Der Klimawandel wirkt sich auch auf die Wasserverfügbarkeit aus. Die Studie liefert die gemeinsame Datengrundlage, damit wir Risiken früher erkennen und Maßnahmen rechtzeitig setzen können.“

Umwelt- und Wasserminister Norbert Totschnig

Demnach soll der Sommerniederschlag bis zur Mitte des Jahrhunderts im Vergleich zu früheren Berechnungen voraussichtlich zwischen fünf und 15 Prozent abnehmen. Gleichzeitig verschiebt sich der Niederschlag in die kältere Jahreszeit: In der kühleren Jahreshälfte zeichnet sich ein Niederschlagsplus von fünf bis zehn Prozent ab.

Im Jahresmittel bleibt die Niederschlagsmenge weitgehend gleich. Durch den weiterhin robust anhaltenden Temperaturanstieg und der damit verbundenen steigenden Verdunstung der kommenden Dekaden wird jedoch insgesamt weniger Wasser im Boden zur Verfügung stehen.

„Die neuen globalen Klimaszenarien zeigen für die nächsten Jahrzehnte mehr Winterregen im Flachland und mehr Schnee im Hochgebirge, wobei die Schneedecken tendenziell kürzer liegen bleiben. Im Sommer wird es hingegen eher trockener das wird spürbare Auswirkungen haben“

Dr. Klaus Haslinger, Hydroklimatologe bei GeoSphere Austria

 

Er ist gemeinsam mit Prof. Günter Blöschl (TU Wien) für die wissenschaftliche Leitung von „Wasser im Klimawandel – eine Studie über die Auswirkungen“ verantwortlich, der umfassendsten Wasserstudie Österreichs in den vergangenen Jahren, die derzeit im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) durchgeführt wird.

 

Herausforderung durch geringere Wasserverfügbarkeit

Insbesondere in vulnerablen Gebieten im Flachland wird das Wassermanagement aufgrund der saisonalen Niederschlagsverschiebung herausfordernder werden. Trockenere Sommer erhöhen den Bewässerungsbedarf, während gleichzeitig weniger Wasser zur Verfügung steht.

Das betrifft insbesondere Regionen in Ostösterreich, in denen weniger Niederschlag fällt als im Westen oder in den Bergen. Regionen wie der Seewinkel, das Weinviertel oder das nördliche Waldviertel sind trockener und auch wärmer als die niederschlagsreichen Gebiete in Westösterreich. Dadurch kommt es auch zu mehr Wasserentzug durch Verdunstung.

 

„Die Aufgabe, die Ressource Wasser vom Überschuss in der kalten Jahreszeit zu den Mangelzeiten im Sommer zu verteilen, wird künftig an Bedeutung gewinnen.“

Dr. Klaus Haslinger

 

Intensivere Sommerregen

Ein weiterer Trend, der bereits zweifelsfrei aus Messdaten abgeleitet wurde, ist eine höhere Intensität der Niederschläge. Durch den Klimawandel steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Regen insbesondere in der warmen Jahreszeit in kurzer Zeit sehr intensiv fällt – etwa bei Sommergewitterlagen. Auch wenn im Jahresmittel gleich viel Wasser fällt, verschärft die höhere Intensität das Risiko für lokale Überflutungen.

Im Gegensatz zu solchen lokalen Ereignissen ist bei großräumigen Überschwemmungen durch Dauerregen der Zusammenhang zum Klimawandel bisher noch nicht eindeutig nachgewiesen worden. Der Grund: Noch konnte nicht hinreichend geklärt werden, wie steigende Temperaturen das Entstehen von Großwetterlagen wie etwa Adria-Tiefs beeinflussen. Hinzu kommen komplexe hydrologische Prozesse, die die Entstehung und Ausprägung großräumiger Überschwemmungen zusätzlich beeinflussen.

 

Wasserstudie: Endbericht im Herbst

Die Studie “Wasser im Klimawandel – eine Studie über die Auswirkungen” wird im Laufe des Jahres weitere aktuelle Informationen liefern, etwa zur Grundwasserentwicklung in verschiedenen Regionen, Hoch- und Niederwasserszenarien, Wassertemperaturen, Verdunstung sowie Schneeentwicklung und -schmelze. Der Endbericht erscheint im Herbst 2026 und wird detaillierte Prognosen bis 2100 für Österreich enthalten. Die Studie bildet die wissenschaftliche Basis für Planung in Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Raumplanung.

Weiterführende Informationen finden Sie auf wasseraktiv.at/wasser-im-klimawandel

Klimawandel macht Sommer trockener und Winter feuchter

Es ist davon auszugehen, dass die Folgen des Klimawandels zu einer saisonalen Verschiebung der Niederschläge von den Sommer- hin zu den Wintermonaten führen. Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommt eine Untersuchung, die im Rahmen des Forschungsprojekts „Wasser im Klimawandel – eine Studie über die Auswirkungen“ durch Österreichs führende Forschungseinrichtungen erstellt wurde.  Insgesamt steht uns dadurch weniger Wasser zur Verfügung, was zu neuen Herausforderungen im Wassermanagement führt.

 

Die neue Zukunftsabschätzung basiert auf einer Analyse, die die GeoSphere Austria aktuell im Rahmen der gemeinsamen Studie mit der TU Wien, der Universität Graz und der Universität für Bodenkultur durchführt. Die vorläufigen Daten zeigen eine saisonale Verschiebung des Niederschlags.

„Der Klimawandel wirkt sich auch auf die Wasserverfügbarkeit aus. Die Studie liefert die gemeinsame Datengrundlage, damit wir Risiken früher erkennen und Maßnahmen rechtzeitig setzen können.“

Umwelt- und Wasserminister Norbert Totschnig

Demnach soll der Sommerniederschlag bis zur Mitte des Jahrhunderts im Vergleich zu früheren Berechnungen voraussichtlich zwischen fünf und 15 Prozent abnehmen. Gleichzeitig verschiebt sich der Niederschlag in die kältere Jahreszeit: In der kühleren Jahreshälfte zeichnet sich ein Niederschlagsplus von fünf bis zehn Prozent ab.

Im Jahresmittel bleibt die Niederschlagsmenge weitgehend gleich. Durch den weiterhin robust anhaltenden Temperaturanstieg und der damit verbundenen steigenden Verdunstung der kommenden Dekaden wird jedoch insgesamt weniger Wasser im Boden zur Verfügung stehen.

„Die neuen globalen Klimaszenarien zeigen für die nächsten Jahrzehnte mehr Winterregen im Flachland und mehr Schnee im Hochgebirge, wobei die Schneedecken tendenziell kürzer liegen bleiben. Im Sommer wird es hingegen eher trockener das wird spürbare Auswirkungen haben“

Dr. Klaus Haslinger, Hydroklimatologe bei GeoSphere Austria

 

Er ist gemeinsam mit Prof. Günter Blöschl (TU Wien) für die wissenschaftliche Leitung von „Wasser im Klimawandel – eine Studie über die Auswirkungen“ verantwortlich, der umfassendsten Wasserstudie Österreichs in den vergangenen Jahren, die derzeit im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) durchgeführt wird.

 

Herausforderung durch geringere Wasserverfügbarkeit

Insbesondere in vulnerablen Gebieten im Flachland wird das Wassermanagement aufgrund der saisonalen Niederschlagsverschiebung herausfordernder werden. Trockenere Sommer erhöhen den Bewässerungsbedarf, während gleichzeitig weniger Wasser zur Verfügung steht.

Das betrifft insbesondere Regionen in Ostösterreich, in denen weniger Niederschlag fällt als im Westen oder in den Bergen. Regionen wie der Seewinkel, das Weinviertel oder das nördliche Waldviertel sind trockener und auch wärmer als die niederschlagsreichen Gebiete in Westösterreich. Dadurch kommt es auch zu mehr Wasserentzug durch Verdunstung.

 

„Die Aufgabe, die Ressource Wasser vom Überschuss in der kalten Jahreszeit zu den Mangelzeiten im Sommer zu verteilen, wird künftig an Bedeutung gewinnen.“

Dr. Klaus Haslinger

 

Intensivere Sommerregen

Ein weiterer Trend, der bereits zweifelsfrei aus Messdaten abgeleitet wurde, ist eine höhere Intensität der Niederschläge. Durch den Klimawandel steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Regen insbesondere in der warmen Jahreszeit in kurzer Zeit sehr intensiv fällt – etwa bei Sommergewitterlagen. Auch wenn im Jahresmittel gleich viel Wasser fällt, verschärft die höhere Intensität das Risiko für lokale Überflutungen.

Im Gegensatz zu solchen lokalen Ereignissen ist bei großräumigen Überschwemmungen durch Dauerregen der Zusammenhang zum Klimawandel bisher noch nicht eindeutig nachgewiesen worden. Der Grund: Noch konnte nicht hinreichend geklärt werden, wie steigende Temperaturen das Entstehen von Großwetterlagen wie etwa Adria-Tiefs beeinflussen. Hinzu kommen komplexe hydrologische Prozesse, die die Entstehung und Ausprägung großräumiger Überschwemmungen zusätzlich beeinflussen.

 

Wasserstudie: Endbericht im Herbst

Die Studie “Wasser im Klimawandel – eine Studie über die Auswirkungen” wird im Laufe des Jahres weitere aktuelle Informationen liefern, etwa zur Grundwasserentwicklung in verschiedenen Regionen, Hoch- und Niederwasserszenarien, Wassertemperaturen, Verdunstung sowie Schneeentwicklung und -schmelze. Der Endbericht erscheint im Herbst 2026 und wird detaillierte Prognosen bis 2100 für Österreich enthalten. Die Studie bildet die wissenschaftliche Basis für Planung in Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Raumplanung.

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Klimawandel macht Sommer trockener und Winter feuchter

Es ist davon auszugehen, dass die Folgen des Klimawandels zu einer saisonalen Verschiebung der Niederschläge von den Sommer- hin zu den Wintermonaten führen. Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommt eine Untersuchung, die im Rahmen des Forschungsprojekts „Wasser im Klimawandel – eine Studie über die Auswirkungen“ durch Österreichs führende Forschungseinrichtungen erstellt wurde.  Insgesamt steht uns dadurch weniger Wasser zur Verfügung, was zu neuen Herausforderungen im Wassermanagement führt.

 

Die neue Zukunftsabschätzung basiert auf einer Analyse, die die GeoSphere Austria aktuell im Rahmen der gemeinsamen Studie mit der TU Wien, der Universität Graz und der Universität für Bodenkultur durchführt. Die vorläufigen Daten zeigen eine saisonale Verschiebung des Niederschlags.

„Der Klimawandel wirkt sich auch auf die Wasserverfügbarkeit aus. Die Studie liefert die gemeinsame Datengrundlage, damit wir Risiken früher erkennen und Maßnahmen rechtzeitig setzen können.“

Umwelt- und Wasserminister Norbert Totschnig

Demnach soll der Sommerniederschlag bis zur Mitte des Jahrhunderts im Vergleich zu früheren Berechnungen voraussichtlich zwischen fünf und 15 Prozent abnehmen. Gleichzeitig verschiebt sich der Niederschlag in die kältere Jahreszeit: In der kühleren Jahreshälfte zeichnet sich ein Niederschlagsplus von fünf bis zehn Prozent ab.

Im Jahresmittel bleibt die Niederschlagsmenge weitgehend gleich. Durch den weiterhin robust anhaltenden Temperaturanstieg und der damit verbundenen steigenden Verdunstung der kommenden Dekaden wird jedoch insgesamt weniger Wasser im Boden zur Verfügung stehen.

„Die neuen globalen Klimaszenarien zeigen für die nächsten Jahrzehnte mehr Winterregen im Flachland und mehr Schnee im Hochgebirge, wobei die Schneedecken tendenziell kürzer liegen bleiben. Im Sommer wird es hingegen eher trockener das wird spürbare Auswirkungen haben“

Dr. Klaus Haslinger, Hydroklimatologe bei GeoSphere Austria

 

Er ist gemeinsam mit Prof. Günter Blöschl (TU Wien) für die wissenschaftliche Leitung von „Wasser im Klimawandel – eine Studie über die Auswirkungen“ verantwortlich, der umfassendsten Wasserstudie Österreichs in den vergangenen Jahren, die derzeit im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) durchgeführt wird.

 

Herausforderung durch geringere Wasserverfügbarkeit

Insbesondere in vulnerablen Gebieten im Flachland wird das Wassermanagement aufgrund der saisonalen Niederschlagsverschiebung herausfordernder werden. Trockenere Sommer erhöhen den Bewässerungsbedarf, während gleichzeitig weniger Wasser zur Verfügung steht.

Das betrifft insbesondere Regionen in Ostösterreich, in denen weniger Niederschlag fällt als im Westen oder in den Bergen. Regionen wie der Seewinkel, das Weinviertel oder das nördliche Waldviertel sind trockener und auch wärmer als die niederschlagsreichen Gebiete in Westösterreich. Dadurch kommt es auch zu mehr Wasserentzug durch Verdunstung.

 

„Die Aufgabe, die Ressource Wasser vom Überschuss in der kalten Jahreszeit zu den Mangelzeiten im Sommer zu verteilen, wird künftig an Bedeutung gewinnen.“

Dr. Klaus Haslinger

 

Intensivere Sommerregen

Ein weiterer Trend, der bereits zweifelsfrei aus Messdaten abgeleitet wurde, ist eine höhere Intensität der Niederschläge. Durch den Klimawandel steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Regen insbesondere in der warmen Jahreszeit in kurzer Zeit sehr intensiv fällt – etwa bei Sommergewitterlagen. Auch wenn im Jahresmittel gleich viel Wasser fällt, verschärft die höhere Intensität das Risiko für lokale Überflutungen.

Im Gegensatz zu solchen lokalen Ereignissen ist bei großräumigen Überschwemmungen durch Dauerregen der Zusammenhang zum Klimawandel bisher noch nicht eindeutig nachgewiesen worden. Der Grund: Noch konnte nicht hinreichend geklärt werden, wie steigende Temperaturen das Entstehen von Großwetterlagen wie etwa Adria-Tiefs beeinflussen. Hinzu kommen komplexe hydrologische Prozesse, die die Entstehung und Ausprägung großräumiger Überschwemmungen zusätzlich beeinflussen.

 

Wasserstudie: Endbericht im Herbst

Die Studie “Wasser im Klimawandel – eine Studie über die Auswirkungen” wird im Laufe des Jahres weitere aktuelle Informationen liefern, etwa zur Grundwasserentwicklung in verschiedenen Regionen, Hoch- und Niederwasserszenarien, Wassertemperaturen, Verdunstung sowie Schneeentwicklung und -schmelze. Der Endbericht erscheint im Herbst 2026 und wird detaillierte Prognosen bis 2100 für Österreich enthalten. Die Studie bildet die wissenschaftliche Basis für Planung in Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Raumplanung.

Weiterführende Informationen finden Sie auf wasseraktiv.at/wasser-im-klimawandel

Erdrutsch in Niscemi: Wenn Klimarisiken auf politisches Versagen treffen

Nach einem großflächigen Erdrutsch bleibt die Lage in der sizilianischen Stadt Niscemi weiterhin kritisch. Rund 1.500 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, viele davon dauerhaft. Ganze Straßenzüge stehen am Rand eines mehrere Kilometer langen Abbruchs, während der Untergrund weiter in Bewegung ist. Der italienische Zivilschutz spricht von einer instabilen Situation ohne kurzfristige Entwarnung.

Der aktuelle Erdrutsch wurde durch außergewöhnlich starke und langanhaltende Regenfälle ausgelöst, die Süditalien am vergangenen Wochenende trafen. Innerhalb weniger Stunden fielen Regenmengen, die weit über dem jahreszeitlichen Durchschnitt lagen. Der wassergesättigte Boden verlor seine Stabilität, was schließlich zum Abrutschen ganzer Erdschichten führte.

 

Klimawandel als Risikoverstärker

Internationale Klima- und Wetterexperten weisen darauf hin, dass extreme Niederschlagsereignisse im Mittelmeerraum seit Jahren zunehmen. Steigende Temperaturen führen zu einer höheren Wasserdampfaufnahme der Atmosphäre, was wiederum heftigere Regenfälle begünstigt. Der Mittelmeerraum gilt inzwischen als einer der globalen Hotspots der Klimakrise: längere Dürreperioden wechseln sich immer häufiger mit Starkregen und Stürmen ab.

Sizilien gilt laut Umweltschutzorganisation Legambiente als Klimawandel-Hotspot. Allein letztes Jahr seien auf der Insel rund 48 Extremwetterereignisse verzeichnet worden.  „Das bedeutet, dass Ereignisse wie dieses in Sizilien immer häufiger auftreten werden. Und das schon jetzt große hydrogeologische Risiko wird mit den Klimaschwankungen weiter zunehmen.“, erklärt Giuseppe Amato von Legambiente.

Der Erdrutsch von Niscemi ist kein isoliertes Naturereignis, sondern Teil eines globalen Musters. Ähnliche Katastrophen ereignen sich zunehmend auch in Spanien, Griechenland, der Türkei oder Teilen Nordafrikas. Der Klimawandel wirkt dabei nicht als alleinige Ursache, sondern als Beschleuniger und Verstärker bestehender geologischer und infrastruktureller Risiken.

 

Bekannte Gefahren, fehlende Konsequenzen

Besonders brisant ist die Tatsache, dass das Gebiet um Niscemi seit Jahrzehnten als geologisch instabil gilt. Bereits 1997 kam es dort zu einem schweren Erdrutsch mit Evakuierungen. Geologische Gutachten und Risikokarten existierten, dennoch wurde in den Folgejahren weiter gebaut und nur begrenzt in Prävention investiert.

Aus internationaler Sicht zeigt sich hier ein strukturelles Problem, das in vielen Ländern mit hoher Klimarisikobelastung zu beobachten ist: Frühwarnungen werden zwar dokumentiert, politische und administrative Maßnahmen bleiben jedoch aus. Der Schutz bestehender Siedlungen und eine konsequente Raumplanung geraten oft in Konflikt mit wirtschaftlichen Interessen, lokalen Abhängigkeiten und kurzfristigen politischen Prioritäten.

 

Soziale Folgen und langfristige Kosten

Für die betroffenen Menschen bedeutet der Erdrutsch nicht nur den Verlust von Eigentum, sondern auch von sozialer Stabilität. Familien stehen vor ungewissen Umsiedlungen, lokale Wirtschaftskreisläufe brechen weg, Schulen und Infrastruktur bleiben beschädigt. Die psychischen Belastungen für die Betroffenen sind erheblich. Insgesamt wohnen in dem Ort 25.000 Menschen, deren Zukunft ungewiss bleibt, denn es drohe die Gefahr, dass der gesamte Lehmhügel abrutschen könnte.

Ökonomisch drohen hohe Folgekosten. Neben Soforthilfen und Notunterkünften werden langfristige Umsiedlungsprogramme, Infrastrukturmaßnahmen und Sicherungsarbeiten notwendig sein. Erste Schätzungen gehen von Schäden im Milliardenbereich aus. Diese Kosten werden letztlich von der Allgemeinheit getragen – ein Muster, das sich weltweit bei klimabedingten Katastrophen wiederholt.

 

Internationale Lehren aus Niscemi

Aus unserer Sicht macht der Erdrutsch in Niscemi deutlich, dass Klimaanpassung nicht länger als Zukunftsthema behandelt werden darf. Notwendig sind:

verbindliche Bauverbote in bekannten Risikozonen
konsequente Umsetzung vorhandener geologischer Gutachten
Investitionen in Prävention statt ausschließlich in Katastrophenhilfe
internationale Kooperation beim Umgang mit Klimarisiken im Mittelmeerraum

Der Fall Niscemi zeigt exemplarisch, wie Klimawandel, bekannte Naturgefahren und politisches Zögern zusammenwirken – mit dramatischen Folgen für Menschen und Umwelt. Ohne entschlossene Maßnahmen drohen ähnliche Szenarien in vielen Regionen Europas zur neuen Normalität zu werden.

 

Erdrutsch in Niscemi: Wenn Klimarisiken auf politisches Versagen treffen

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Der aktuelle Erdrutsch wurde durch außergewöhnlich starke und langanhaltende Regenfälle ausgelöst, die Süditalien am vergangenen Wochenende trafen. Innerhalb weniger Stunden fielen Regenmengen, die weit über dem jahreszeitlichen Durchschnitt lagen. Der wassergesättigte Boden verlor seine Stabilität, was schließlich zum Abrutschen ganzer Erdschichten führte.

 

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Internationale Klima- und Wetterexperten weisen darauf hin, dass extreme Niederschlagsereignisse im Mittelmeerraum seit Jahren zunehmen. Steigende Temperaturen führen zu einer höheren Wasserdampfaufnahme der Atmosphäre, was wiederum heftigere Regenfälle begünstigt. Der Mittelmeerraum gilt inzwischen als einer der globalen Hotspots der Klimakrise: längere Dürreperioden wechseln sich immer häufiger mit Starkregen und Stürmen ab.

Sizilien gilt laut Umweltschutzorganisation Legambiente als Klimawandel-Hotspot. Allein letztes Jahr seien auf der Insel rund 48 Extremwetterereignisse verzeichnet worden.  „Das bedeutet, dass Ereignisse wie dieses in Sizilien immer häufiger auftreten werden. Und das schon jetzt große hydrogeologische Risiko wird mit den Klimaschwankungen weiter zunehmen.“, erklärt Giuseppe Amato von Legambiente.

Der Erdrutsch von Niscemi ist kein isoliertes Naturereignis, sondern Teil eines globalen Musters. Ähnliche Katastrophen ereignen sich zunehmend auch in Spanien, Griechenland, der Türkei oder Teilen Nordafrikas. Der Klimawandel wirkt dabei nicht als alleinige Ursache, sondern als Beschleuniger und Verstärker bestehender geologischer und infrastruktureller Risiken.

 

Bekannte Gefahren, fehlende Konsequenzen

Besonders brisant ist die Tatsache, dass das Gebiet um Niscemi seit Jahrzehnten als geologisch instabil gilt. Bereits 1997 kam es dort zu einem schweren Erdrutsch mit Evakuierungen. Geologische Gutachten und Risikokarten existierten, dennoch wurde in den Folgejahren weiter gebaut und nur begrenzt in Prävention investiert.

Aus internationaler Sicht zeigt sich hier ein strukturelles Problem, das in vielen Ländern mit hoher Klimarisikobelastung zu beobachten ist: Frühwarnungen werden zwar dokumentiert, politische und administrative Maßnahmen bleiben jedoch aus. Der Schutz bestehender Siedlungen und eine konsequente Raumplanung geraten oft in Konflikt mit wirtschaftlichen Interessen, lokalen Abhängigkeiten und kurzfristigen politischen Prioritäten.

 

Soziale Folgen und langfristige Kosten

Für die betroffenen Menschen bedeutet der Erdrutsch nicht nur den Verlust von Eigentum, sondern auch von sozialer Stabilität. Familien stehen vor ungewissen Umsiedlungen, lokale Wirtschaftskreisläufe brechen weg, Schulen und Infrastruktur bleiben beschädigt. Die psychischen Belastungen für die Betroffenen sind erheblich. Insgesamt wohnen in dem Ort 25.000 Menschen, deren Zukunft ungewiss bleibt, denn es drohe die Gefahr, dass der gesamte Lehmhügel abrutschen könnte.

Ökonomisch drohen hohe Folgekosten. Neben Soforthilfen und Notunterkünften werden langfristige Umsiedlungsprogramme, Infrastrukturmaßnahmen und Sicherungsarbeiten notwendig sein. Erste Schätzungen gehen von Schäden im Milliardenbereich aus. Diese Kosten werden letztlich von der Allgemeinheit getragen – ein Muster, das sich weltweit bei klimabedingten Katastrophen wiederholt.

 

Internationale Lehren aus Niscemi

Aus unserer Sicht macht der Erdrutsch in Niscemi deutlich, dass Klimaanpassung nicht länger als Zukunftsthema behandelt werden darf. Notwendig sind:

verbindliche Bauverbote in bekannten Risikozonen
konsequente Umsetzung vorhandener geologischer Gutachten
Investitionen in Prävention statt ausschließlich in Katastrophenhilfe
internationale Kooperation beim Umgang mit Klimarisiken im Mittelmeerraum

Der Fall Niscemi zeigt exemplarisch, wie Klimawandel, bekannte Naturgefahren und politisches Zögern zusammenwirken – mit dramatischen Folgen für Menschen und Umwelt. Ohne entschlossene Maßnahmen drohen ähnliche Szenarien in vielen Regionen Europas zur neuen Normalität zu werden.

 

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Nach einem großflächigen Erdrutsch bleibt die Lage in der sizilianischen Stadt Niscemi weiterhin kritisch. Rund 1.500 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, viele davon dauerhaft. Ganze Straßenzüge stehen am Rand eines mehrere Kilometer langen Abbruchs, während der Untergrund weiter in Bewegung ist. Der italienische Zivilschutz spricht von einer instabilen Situation ohne kurzfristige Entwarnung.

Der aktuelle Erdrutsch wurde durch außergewöhnlich starke und langanhaltende Regenfälle ausgelöst, die Süditalien am vergangenen Wochenende trafen. Innerhalb weniger Stunden fielen Regenmengen, die weit über dem jahreszeitlichen Durchschnitt lagen. Der wassergesättigte Boden verlor seine Stabilität, was schließlich zum Abrutschen ganzer Erdschichten führte.

 

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Internationale Klima- und Wetterexperten weisen darauf hin, dass extreme Niederschlagsereignisse im Mittelmeerraum seit Jahren zunehmen. Steigende Temperaturen führen zu einer höheren Wasserdampfaufnahme der Atmosphäre, was wiederum heftigere Regenfälle begünstigt. Der Mittelmeerraum gilt inzwischen als einer der globalen Hotspots der Klimakrise: längere Dürreperioden wechseln sich immer häufiger mit Starkregen und Stürmen ab.

Sizilien gilt laut Umweltschutzorganisation Legambiente als Klimawandel-Hotspot. Allein letztes Jahr seien auf der Insel rund 48 Extremwetterereignisse verzeichnet worden.  „Das bedeutet, dass Ereignisse wie dieses in Sizilien immer häufiger auftreten werden. Und das schon jetzt große hydrogeologische Risiko wird mit den Klimaschwankungen weiter zunehmen.“, erklärt Giuseppe Amato von Legambiente.

Der Erdrutsch von Niscemi ist kein isoliertes Naturereignis, sondern Teil eines globalen Musters. Ähnliche Katastrophen ereignen sich zunehmend auch in Spanien, Griechenland, der Türkei oder Teilen Nordafrikas. Der Klimawandel wirkt dabei nicht als alleinige Ursache, sondern als Beschleuniger und Verstärker bestehender geologischer und infrastruktureller Risiken.

 

Bekannte Gefahren, fehlende Konsequenzen

Besonders brisant ist die Tatsache, dass das Gebiet um Niscemi seit Jahrzehnten als geologisch instabil gilt. Bereits 1997 kam es dort zu einem schweren Erdrutsch mit Evakuierungen. Geologische Gutachten und Risikokarten existierten, dennoch wurde in den Folgejahren weiter gebaut und nur begrenzt in Prävention investiert.

Aus internationaler Sicht zeigt sich hier ein strukturelles Problem, das in vielen Ländern mit hoher Klimarisikobelastung zu beobachten ist: Frühwarnungen werden zwar dokumentiert, politische und administrative Maßnahmen bleiben jedoch aus. Der Schutz bestehender Siedlungen und eine konsequente Raumplanung geraten oft in Konflikt mit wirtschaftlichen Interessen, lokalen Abhängigkeiten und kurzfristigen politischen Prioritäten.

 

Soziale Folgen und langfristige Kosten

Für die betroffenen Menschen bedeutet der Erdrutsch nicht nur den Verlust von Eigentum, sondern auch von sozialer Stabilität. Familien stehen vor ungewissen Umsiedlungen, lokale Wirtschaftskreisläufe brechen weg, Schulen und Infrastruktur bleiben beschädigt. Die psychischen Belastungen für die Betroffenen sind erheblich. Insgesamt wohnen in dem Ort 25.000 Menschen, deren Zukunft ungewiss bleibt, denn es drohe die Gefahr, dass der gesamte Lehmhügel abrutschen könnte.

Ökonomisch drohen hohe Folgekosten. Neben Soforthilfen und Notunterkünften werden langfristige Umsiedlungsprogramme, Infrastrukturmaßnahmen und Sicherungsarbeiten notwendig sein. Erste Schätzungen gehen von Schäden im Milliardenbereich aus. Diese Kosten werden letztlich von der Allgemeinheit getragen – ein Muster, das sich weltweit bei klimabedingten Katastrophen wiederholt.

 

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Aus unserer Sicht macht der Erdrutsch in Niscemi deutlich, dass Klimaanpassung nicht länger als Zukunftsthema behandelt werden darf. Notwendig sind:

verbindliche Bauverbote in bekannten Risikozonen
konsequente Umsetzung vorhandener geologischer Gutachten
Investitionen in Prävention statt ausschließlich in Katastrophenhilfe
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Der Fall Niscemi zeigt exemplarisch, wie Klimawandel, bekannte Naturgefahren und politisches Zögern zusammenwirken – mit dramatischen Folgen für Menschen und Umwelt. Ohne entschlossene Maßnahmen drohen ähnliche Szenarien in vielen Regionen Europas zur neuen Normalität zu werden.

 

Erdrutsch in Niscemi: Wenn Klimarisiken auf politisches Versagen treffen

Nach einem großflächigen Erdrutsch bleibt die Lage in der sizilianischen Stadt Niscemi weiterhin kritisch. Rund 1.500 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, viele davon dauerhaft. Ganze Straßenzüge stehen am Rand eines mehrere Kilometer langen Abbruchs, während der Untergrund weiter in Bewegung ist. Der italienische Zivilschutz spricht von einer instabilen Situation ohne kurzfristige Entwarnung.

Der aktuelle Erdrutsch wurde durch außergewöhnlich starke und langanhaltende Regenfälle ausgelöst, die Süditalien am vergangenen Wochenende trafen. Innerhalb weniger Stunden fielen Regenmengen, die weit über dem jahreszeitlichen Durchschnitt lagen. Der wassergesättigte Boden verlor seine Stabilität, was schließlich zum Abrutschen ganzer Erdschichten führte.

 

Klimawandel als Risikoverstärker

Internationale Klima- und Wetterexperten weisen darauf hin, dass extreme Niederschlagsereignisse im Mittelmeerraum seit Jahren zunehmen. Steigende Temperaturen führen zu einer höheren Wasserdampfaufnahme der Atmosphäre, was wiederum heftigere Regenfälle begünstigt. Der Mittelmeerraum gilt inzwischen als einer der globalen Hotspots der Klimakrise: längere Dürreperioden wechseln sich immer häufiger mit Starkregen und Stürmen ab.

Sizilien gilt laut Umweltschutzorganisation Legambiente als Klimawandel-Hotspot. Allein letztes Jahr seien auf der Insel rund 48 Extremwetterereignisse verzeichnet worden.  „Das bedeutet, dass Ereignisse wie dieses in Sizilien immer häufiger auftreten werden. Und das schon jetzt große hydrogeologische Risiko wird mit den Klimaschwankungen weiter zunehmen.“, erklärt Giuseppe Amato von Legambiente.

Der Erdrutsch von Niscemi ist kein isoliertes Naturereignis, sondern Teil eines globalen Musters. Ähnliche Katastrophen ereignen sich zunehmend auch in Spanien, Griechenland, der Türkei oder Teilen Nordafrikas. Der Klimawandel wirkt dabei nicht als alleinige Ursache, sondern als Beschleuniger und Verstärker bestehender geologischer und infrastruktureller Risiken.

 

Bekannte Gefahren, fehlende Konsequenzen

Besonders brisant ist die Tatsache, dass das Gebiet um Niscemi seit Jahrzehnten als geologisch instabil gilt. Bereits 1997 kam es dort zu einem schweren Erdrutsch mit Evakuierungen. Geologische Gutachten und Risikokarten existierten, dennoch wurde in den Folgejahren weiter gebaut und nur begrenzt in Prävention investiert.

Aus internationaler Sicht zeigt sich hier ein strukturelles Problem, das in vielen Ländern mit hoher Klimarisikobelastung zu beobachten ist: Frühwarnungen werden zwar dokumentiert, politische und administrative Maßnahmen bleiben jedoch aus. Der Schutz bestehender Siedlungen und eine konsequente Raumplanung geraten oft in Konflikt mit wirtschaftlichen Interessen, lokalen Abhängigkeiten und kurzfristigen politischen Prioritäten.

 

Soziale Folgen und langfristige Kosten

Für die betroffenen Menschen bedeutet der Erdrutsch nicht nur den Verlust von Eigentum, sondern auch von sozialer Stabilität. Familien stehen vor ungewissen Umsiedlungen, lokale Wirtschaftskreisläufe brechen weg, Schulen und Infrastruktur bleiben beschädigt. Die psychischen Belastungen für die Betroffenen sind erheblich. Insgesamt wohnen in dem Ort 25.000 Menschen, deren Zukunft ungewiss bleibt, denn es drohe die Gefahr, dass der gesamte Lehmhügel abrutschen könnte.

Ökonomisch drohen hohe Folgekosten. Neben Soforthilfen und Notunterkünften werden langfristige Umsiedlungsprogramme, Infrastrukturmaßnahmen und Sicherungsarbeiten notwendig sein. Erste Schätzungen gehen von Schäden im Milliardenbereich aus. Diese Kosten werden letztlich von der Allgemeinheit getragen – ein Muster, das sich weltweit bei klimabedingten Katastrophen wiederholt.

 

Internationale Lehren aus Niscemi

Aus unserer Sicht macht der Erdrutsch in Niscemi deutlich, dass Klimaanpassung nicht länger als Zukunftsthema behandelt werden darf. Notwendig sind:

verbindliche Bauverbote in bekannten Risikozonen
konsequente Umsetzung vorhandener geologischer Gutachten
Investitionen in Prävention statt ausschließlich in Katastrophenhilfe
internationale Kooperation beim Umgang mit Klimarisiken im Mittelmeerraum

Der Fall Niscemi zeigt exemplarisch, wie Klimawandel, bekannte Naturgefahren und politisches Zögern zusammenwirken – mit dramatischen Folgen für Menschen und Umwelt. Ohne entschlossene Maßnahmen drohen ähnliche Szenarien in vielen Regionen Europas zur neuen Normalität zu werden.

 

Erdrutsch in Niscemi: Wenn Klimarisiken auf politisches Versagen treffen

Nach einem großflächigen Erdrutsch bleibt die Lage in der sizilianischen Stadt Niscemi weiterhin kritisch. Rund 1.500 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, viele davon dauerhaft. Ganze Straßenzüge stehen am Rand eines mehrere Kilometer langen Abbruchs, während der Untergrund weiter in Bewegung ist. Der italienische Zivilschutz spricht von einer instabilen Situation ohne kurzfristige Entwarnung.

Der aktuelle Erdrutsch wurde durch außergewöhnlich starke und langanhaltende Regenfälle ausgelöst, die Süditalien am vergangenen Wochenende trafen. Innerhalb weniger Stunden fielen Regenmengen, die weit über dem jahreszeitlichen Durchschnitt lagen. Der wassergesättigte Boden verlor seine Stabilität, was schließlich zum Abrutschen ganzer Erdschichten führte.

 

Klimawandel als Risikoverstärker

Internationale Klima- und Wetterexperten weisen darauf hin, dass extreme Niederschlagsereignisse im Mittelmeerraum seit Jahren zunehmen. Steigende Temperaturen führen zu einer höheren Wasserdampfaufnahme der Atmosphäre, was wiederum heftigere Regenfälle begünstigt. Der Mittelmeerraum gilt inzwischen als einer der globalen Hotspots der Klimakrise: längere Dürreperioden wechseln sich immer häufiger mit Starkregen und Stürmen ab.

Sizilien gilt laut Umweltschutzorganisation Legambiente als Klimawandel-Hotspot. Allein letztes Jahr seien auf der Insel rund 48 Extremwetterereignisse verzeichnet worden.  „Das bedeutet, dass Ereignisse wie dieses in Sizilien immer häufiger auftreten werden. Und das schon jetzt große hydrogeologische Risiko wird mit den Klimaschwankungen weiter zunehmen.“, erklärt Giuseppe Amato von Legambiente.

Der Erdrutsch von Niscemi ist kein isoliertes Naturereignis, sondern Teil eines globalen Musters. Ähnliche Katastrophen ereignen sich zunehmend auch in Spanien, Griechenland, der Türkei oder Teilen Nordafrikas. Der Klimawandel wirkt dabei nicht als alleinige Ursache, sondern als Beschleuniger und Verstärker bestehender geologischer und infrastruktureller Risiken.

 

Bekannte Gefahren, fehlende Konsequenzen

Besonders brisant ist die Tatsache, dass das Gebiet um Niscemi seit Jahrzehnten als geologisch instabil gilt. Bereits 1997 kam es dort zu einem schweren Erdrutsch mit Evakuierungen. Geologische Gutachten und Risikokarten existierten, dennoch wurde in den Folgejahren weiter gebaut und nur begrenzt in Prävention investiert.

Aus internationaler Sicht zeigt sich hier ein strukturelles Problem, das in vielen Ländern mit hoher Klimarisikobelastung zu beobachten ist: Frühwarnungen werden zwar dokumentiert, politische und administrative Maßnahmen bleiben jedoch aus. Der Schutz bestehender Siedlungen und eine konsequente Raumplanung geraten oft in Konflikt mit wirtschaftlichen Interessen, lokalen Abhängigkeiten und kurzfristigen politischen Prioritäten.

 

Soziale Folgen und langfristige Kosten

Für die betroffenen Menschen bedeutet der Erdrutsch nicht nur den Verlust von Eigentum, sondern auch von sozialer Stabilität. Familien stehen vor ungewissen Umsiedlungen, lokale Wirtschaftskreisläufe brechen weg, Schulen und Infrastruktur bleiben beschädigt. Die psychischen Belastungen für die Betroffenen sind erheblich. Insgesamt wohnen in dem Ort 25.000 Menschen, deren Zukunft ungewiss bleibt, denn es drohe die Gefahr, dass der gesamte Lehmhügel abrutschen könnte.

Ökonomisch drohen hohe Folgekosten. Neben Soforthilfen und Notunterkünften werden langfristige Umsiedlungsprogramme, Infrastrukturmaßnahmen und Sicherungsarbeiten notwendig sein. Erste Schätzungen gehen von Schäden im Milliardenbereich aus. Diese Kosten werden letztlich von der Allgemeinheit getragen – ein Muster, das sich weltweit bei klimabedingten Katastrophen wiederholt.

 

Internationale Lehren aus Niscemi

Aus unserer Sicht macht der Erdrutsch in Niscemi deutlich, dass Klimaanpassung nicht länger als Zukunftsthema behandelt werden darf. Notwendig sind:

verbindliche Bauverbote in bekannten Risikozonen
konsequente Umsetzung vorhandener geologischer Gutachten
Investitionen in Prävention statt ausschließlich in Katastrophenhilfe
internationale Kooperation beim Umgang mit Klimarisiken im Mittelmeerraum

Der Fall Niscemi zeigt exemplarisch, wie Klimawandel, bekannte Naturgefahren und politisches Zögern zusammenwirken – mit dramatischen Folgen für Menschen und Umwelt. Ohne entschlossene Maßnahmen drohen ähnliche Szenarien in vielen Regionen Europas zur neuen Normalität zu werden.